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Zu den eigenen Wurzeln stehen

Wer wie die Erlebnis Akademie AG aus Bad Kötzting in der Oberpfalz international erfolgreich sein will, muss zu seinen Wurzeln stehen - davon ist Bernd Bayerköhler überzeugt. Er ist Vorstandssprecher und empfängt uns in der ehemaligen Küche seines zur Firmenzentrale umgebauten alten Bauernhofs. Durch das rasante Wachstum des Unternehmens dient diese mittlerweile als Besprechungsraum.

"Wir kämpfen um jeden Baum, den wir erhalten können. Das gehört zu unserer Glaubwürdigkeit."

Bernd Bayerköhler


Mit dem Konzept der Baumwipfelpfade habe man einen Nerv getroffen, ist sich Bayerköhler sicher. In Zeiten von Urbanisierung und Hektik können die Pfade Orte der Ruhe und Erholung sein. Barrierefreier Zugang ist dem Unternehmen dabei genauso wichtig wie die Vermittlung von Wissen zum Thema Umweltschutz und eine möglichst umweltverträgliche Errichtung der Anlagen. "Wir kämpfen um jeden Baum, den wir erhalten können. Das gehört zu unserer Glaubwürdigkeit", so der Geschäftsführer weiter.


Mitarbeiter stehen zu den eigenen Wurzeln


Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt allein schon die Zahl der Mitarbeiter. Mit eineinhalb Stellen gestartet, ist das Unternehmen im 15. Jahr auf über 60 Vollzeitstellen angewachsen. Bayerköhler selbst wurde schon 2002 von Firmenmitgründer Christoph Blaß von einem großen Telekommunikationsanbieter zurück in die Heimat geholt. Trotz des Wachstums stand der Firmensitz Bad Kötzting nie in Frage. "Wir arbeiten und leben hier in einem extrem positiven und sicheren Umfeld. Die Arbeitsumgebung ist wichtig und wir haben hier gute, motivierte Leute, die sich über Jobs in ihrer Region freuen." Marketing, Projektmanagement und weitere zentrale Aufgaben nehmen inzwischen den gesamten Platz des Bauernhofs ein. Das operative Geschäft findet vor Ort an den einzelnen Standorten statt.


"Auch wenn wir viel unterwegs sind, kommt jeder wieder gerne heim."

Bernd Bayerköhler


"Auch wenn wir viel unterwegs sind, kommt jeder wieder gerne heim. Eine Großstadt würde außerdem gar nicht zur Glaubwürdigkeit und Firmenphilosophie der Akademie passen", berichtet der Vorstandssprecher, der auch am Ende des Interviews immer noch einen gelassenen und fokussierten Eindruck macht. Diese Haltung passt zum Unternehmen und zur Landschaft draußen vor den Holzfenstern. Trotz aller Zielstrebigkeit war auch Bayerköhler vom Ausmaß des Erfolgs überrascht: "Wenn man mir damals gesagt hätte, dass ich einmal Vorstand eines börsennotierten Unternehmens bin, hätte ich vermutlich zumindest mit der linken Augenbraue gezuckt", gibt er lächelnd zu. Dabei geht es ihm sichtlich darum, was man auf seinen Baumwipfelpfaden wohl genauso gut kann wie in der Arbeitsumgebung des alten Bauernhofs, aus dem ständig neue Ideen sprudeln: sich bei dem, was man tut, wohlzufühlen.

 

Bilder: Erlebnis Akademie und Christoph Aschenbrenner

Text: Christoph Aschenbrenner und Kathrin Holzgartner


Zur Website der Erlebnis Akademie

Aufstieg von der Bezirks- in die Bundesliga


Mit der Firmenidee der Baumwipfelpfade geht es im wahrsten Sinn des Wortes steil bergauf: Im Jahr 2009 konnte das Unternehmen gemeinsam mit dem Nationalpark Bayerischer Wald den ersten und immer noch weltweit größten Pfad bauen - das sogenannte "Baum-Ei" in Neuschönau. Für das Unternehmen, das schon seit 2001 mit Hochseilgärten und Erlebnispädagogik erfolgreich ist, bedeutete dieser Schritt, so Bayerköhler, "den Aufstieg von der Bezirks- in die zweite Bundesliga".

Dadurch ergaben sich weitere Kontakte und Kooperationen: Inzwischen gibt es vier der imposanten Bauwerke aus Oberpfälzer Hand, unter anderem auf Rügen. In den nächsten Monaten sollen zwei weitere Anlagen folgen. Dadurch sei das Unternehmen in der Bundesliga angekommen, auch wenn Bayerköhler persönlich, so schmunzelt er, immer noch gerne etwas Luft nach oben habe.


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