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Mulmig war gestern

Jeder kennt es: Das mulmige Gefühl, das man allein auf dem nächtlichen Heimweg verspürt. Doch diese Zeiten sind vorbei. Dank einer App aus Regensburg. Das Konzept ist so simpel, wie wirksam: Mit der Anwendung kann man sich von ausgewählten Personen auf dem Heimweg begleiten lassen, um sicher ans Ziel zu gelangen. KommGutHeim ist ein Projekt von drei Studenten der OTH Regensburg – und inzwischen richtig erfolgreich.

Wie kommt man zu so einer Idee?


Wer glaubt, es hätte etwas mit der berüchtigten Regensburger Kneipendichte zu tun, liegt damit gar nicht so falsch: "Die Idee steht in Verbindung mit meinem Umzug nach Regensburg im Sommer 2013 in eine Mädchen-WG. Dort gab es oft die Situation, dass jemand von uns spät abends oder nachts noch alleine unterwegs war", erzählt Katharina Hochmuth, Mitbegründerin des Unternehmens.

"Gibt's denn dafür keine App?"

Man habe dann auf dem Weg oder im Bus mit Freunden oder der Familie telefoniert, um sich sicherer zu fühlen. Weil das oft nervig war, kam ihr eines Abends der Gedanke: Gibt es denn keine App, die das lästige Telefonieren und die meist vergessene "Ich bin jetzt zu Hause"-Nachricht ersetzt? Das war die Geburtsstunde von KommGutHeim.

Über 60.000 registrierte Nutzer verzeichnet die Anwendung inzwischen - und es sollen noch mehr werden: Anfang Oktober erschien die Version 2.0 mit neuen Funktionen und modernerem Design. "Dabei haben wir uns vor allem das Feedback unserer User zu Herzen genommen", erklärt Hochmuth.


"Eines Abends kam mir der Gedanke: Gibt es denn keine App, die das lästige Telefonieren und die oft vergessene "Ich bin jetzt zu Hause"-SMS ersetzt? Das war die Geburtsstunde von KommGutHeim."

Katharina Hochmuth, Marketing und Organisation

So funktioniert KommGutHeim


Wer die App nutzt, wählt aus seinem KommGutHeim-Adressbuch eine oder mehrere Personen aus, die auf dem folgenden Heimweg zusehen sollen. Diese werden per Push-Nachricht informiert und können auf einer Karte den zurückgelegten Weg live auf dem Smartphone mitverfolgen.

Während des Heimwegs bekommen die Begleiter genaue Informationen über den Standort der zu begleitenden Person, die zurückgelegte Strecke, die vergangene Zeit und den Akku-Stand. Wenn man zu Hause angekommen ist, drückt man auf den "Daheim"-Button. Kommt die zu begleitende Person vom Weg ab oder verschwindet zum Beispiel für längere Zeit in einem Park, kann der Begleiter sich per Anruf versichern, ob alles in Ordnung ist und im schlimmsten Fall sofort Hilfe organisieren.

Die neue Version ermöglicht es nun, mehrere Personen gleichzeitig zu begleiten und sich dabei selbst tracken zu lassen. So kann beispielsweise eine Mutter die Wege mehrerer Kinder gleichzeitig virtuell verfolgen. Auch Freunde haben nach dem Feiern die Gewissheit, dass alle aus der Gruppe gut zu Hause angekommen sind.

Doch was ist das Alleinstellungsmerkmal von KommGutHeim? "Natürlich gibt es auch andere Apps, die Livetracking ermöglichen oder einen Notfallbutton anbieten. Das Besondere an der KommGutHeim App ist, dass man sich von ausgewählten Personen für einen selbstbestimmten Zeitraum tracken lassen kann. Das heißt man entscheidet stets selbst, wer einen virtuell begleiten darf und wie lange", so Katharina Hochmuth.


Jede freie Minute


"Wir machen den Weg frei" - in Bezug auf diesen Slogan hätten die drei Regensburger mit der Raiffeisenbank Oberpfalz Süd wohl kaum einen passenderen ersten Weg-Sponsor finden können. Die Werbepartner sind es, die es ermöglichen, dass die App auch weiterhin kostenlos angeboten werden kann. Denn nur so kann KommGutHeim auch in Zukunft seiner Philosophie treu bleiben und jedem einen sicheren Heimweg ermöglichen.

Das Unternehmen, das ursprünglich im Rahmen des Wettbewerbs "5-Euro-Business" an der Universität Regensburg gegründet wurde, nimmt inzwischen viel Zeit in Anspruch. Die drei Maschinenbaustudenten Tim Hautkappe, Katharina Hochmuth und Mario Pfaller investieren jede freie Minute in das Projekt: "Wir befinden uns in einer sehr wichtigen Phase - da müssen wir uns einfach ranhalten. Trotzdem versuchen wir, unser Studium nicht zu vernachlässigen."

Und die Mühe zahlt sich aus: An der Hochschule bekommen die jungen Gründer immer wieder Lob ausgesprochen. Inzwischen seien sie auch gefragte Ansprechpartner für die Geschäftsideen anderer Studierender, erzählt Katharina Hochmuth stolz. Und gespannt sein dürfen wir laut den Entwicklern auch: "Wir haben noch große Pläne für die Zukunft!"


Zur Website von KommGutHeim

"Wir haben noch große Pläne für die Zukunft!"

Katharina Hochmuth

5-Euro-Business


Bei diesem Wettbewerb geht es darum, mit einem Startkapital von 5 Euro ein eigenes Unternehmen zu gründen. Wie das funktioniert? "Indem Sie versuchen, Ihre Idee mithilfe eines Netzwerkes zu verwirklichen", schreiben die Organisatoren auf der Website. Der Gründerwettbewerb findet deutschlandweit jährlich statt - auch in Regensburg. 

 

Bilder: KommGutHeim

Text: Katharina Ziegler


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